1. „Zustände“ Ein permanenter Wettstreit Der Wille alles zu haben Und übersehen bleibt Selbst die Schere im Gesicht Ihre Augen liegen auf Deinen. Die Spitzen enden am Mund. Und je mehr Du dann nach mehr schreist, Desto größer wird die Kluft. Wer ist hier eigentlich wirklich arm? Leer sind deren Herzen Und arm sind deren Seelen, Die das Elend nicht mehr sehen. Gier regiert Neid verändert Furcht bestimmt Pflichten leiten Besitz verblendet Profit ist wichtig Moral ein Schein Alles Mauern Es bleibt nichts als verlorene Zeit Pflicht hat Dich vor Freiheit befreit Realität lässt Träume platzen Es ist nicht umgekehrt Miete ist fällig, musst Schulden bezahlen Wertvolle Bildung ist nicht umsonst Die Nachtschicht hinter der Theke Um in der Prüfung durchzufallen Wo Du herkommst und was Du leistest Berechnet Deinen Wert und Deinen Nutzen Wer aus dem Rahmen fällt, fällt allein Doch solang ihr keine Stimmbänder zerreißt, Werd ich schreien und agitieren so laut ich kann Und so viel ich kann... Maschinen laufen. Menschen schuften. Menschen beuten Menschen aus Von Maschinengebrüll übertönt Der Preis dafür sind Menschenleben Der Raum der uns bleibt ist vielleicht klein und eng Es stinkt nach Scheiße und die Tür ist verschlossen Doch links oben an der Wand ist ein Fenster Und dadurch scheint die Sonne hinein 2. „Rücksicht“ Keine Furcht vorm’ Weiterziehen Keine Angst vor dem Verfall Nicht in die Zukunft sehen Im Jetzt ist sie egal Ein Leben immer an der Grenze Für jeden ist nur eins da Tausend kleine Tänze Nur wer hält die Balance? Wer steckt ein, wer teilt aus? Welche Katze frisst welche Maus? Wessen Brot rettet wem das Leben Wessen Klinge wird es wieder nehmen Und das ist doch alles viel zu extrem Wir haben doch nur kleine Konflikte unter Freunden Wer mit wem, wer wen nicht mehr sehen will Und wer wem die Kekse weggegessen hat Alles halb so schlimm Einfach mal Spaß haben und nicht alles ernstnehmen Aber ohne Kreuze am Straßenrand, ohne das Desaster Einfach mal seine Meinung sagen und dafür einstehen Ohne gleich zu wollen das andere dafür verbluten Macht doch was ihr wollt Lebt euren Weg tut mir den Gefallen Guckt auf wem ihr steht Macht doch was ihr wollt Fühlt euch frei tut mir den Gefallen Schaut auf die Leichen Macht doch was ihr wollt Lebt euren Weg tut mir den Gefallen Seht in ihre Gesichter Lebt euren Weg Fühlt euch frei Schaut auf die Leichen Seht in ihre Gesichter Und lernt daraus 3. „Inklusion“ Er traut sich nicht sie anzusprechen Sie traut sich nicht ihn anzusehen Weil seine Haut (laut Norm) entstellt ist So ziehen sie aneinander vorbei So ziehen sie aneinander vorbei Eine Blinde fragt nach dem Weg zum Taxi Eine Frau begleitet sie dorthin Pflicht erfüllt und weg ist sie So zogen sie aneinander vorbei So zogen sie aneinander vorbei Inklusion hier und jetzt, aber nur als Pflicht! Die Gräben sind so tief man sieht den Grund nicht Es gibt keinen Grund diese Gesellschaft zu spalten Gemeinschaft ist kein Problem, nur die Trennung der Seiten 4. “let’s change our names” Let's change our names, Than we can love. Forget who you were, Than we can love. A rose can have any name It always smells sweet. I'm not your enemy, I'm your friend, But should I torment you, I will be sorry. These labyrinths without an aim. Everywhere they are standing. Tear us into pieces with their hate. Love has no borders, Fuck off our gender, Our origin, our colour... Fuck off the sex of the person you love. Our way to dance & smile & how we are looking doing that. It's all a mistake. a terrible mistake. Open your heart, because she cries, He cries, we all cry... 5. „Ich meine Dich und mich“ Im Klassenzimmer reden alle gegen sie Lachen, lachen, warum weiß niemand Es muss wohl immer ein Opfer geben Du siehst zu und schweigst Die Doku über den Hunger in Somalia in der ARD Du bequem im Sessel, schiebst Dir die Chips in’ Mund Kaust, schluckst und schaltest weg Das Spendenkonto bleibt unberührt Grandios weggeschaut Im Ausblenden Spitze In Ignoranz die Perfektion Keine Sorge, die andern richtens’ schon Faschisten leben in Deiner Stadt Du weißt was sie getan haben Ihre Codes an den Wänden könntest Du sehn Ihre Schläge empören, aber bewegen Dich nicht Es reicht Es hilft niemanden abzuwarten, wir brauchen den Mut um uns zu wehren Ob Dich wer mitnimmt ist Zufall Aufstehen müssen wir selbst lernen 6. „Fliegen“ Ein Flug zur Sonne zum Mond und zurück Über Wiesen und Meere, Berge und Täler Für einen Moment das verlassen was uns bedrückt Die Nacht ist vorbei am Horizont wird’s heller Ich will nicht vergessen, nicht ignorieren Nur für den Moment mal innehalten Den Wind genießen, das Licht spüren Und mit neuem Mut wieder auf der Erde landen Die Schwerkraft hält uns am Boden fest Zu fliegen und ihr zu trotzen ist mein Traum Trotzdem haben die Vögel gelernt zu fliegen Und ein Blick zum Himmel erfüllt mich voller Neid Den verseuchten Boden noch einmal zu verlassen Mich von all diesen Lügen und Zwängen zu lösen Die mir den Grund geben gegen alles zu sein, alles was Leben zerfrisst. Das ist mein Traum. Haltet mich nicht auf Ich lasse mich nicht fesseln Was auch immer ihr von mir wollt Ich werde ihn mir erfüllen Ich bleibe nicht zahm Rede nicht nur von Freiheit Ich werde mich nicht fügen Wenn wilde Vögel fliegen Ich werde fliegen Egal wie oft ich abstürze Mit meinen Flügeln gegen die Schwerkraft Mit jeden Fall werden sie wachsen Mit jedem Versuch werde ich freier und leichter Und mich und meinen Herzschlag wieder spüren Ich werde fliegen Und ganz ich sein 7. „Persönlichkeit verdeckt Masse“ Die Welt steht auf den Kopf Aber wir reden über Köpfe Doch selbst wenn Köpfe rollen Ändert das nichts am System Alle sehen auf zu den Schauspielern Dabei wären sie ohne ihren Text nichts Man kann sie ersetzen Doch das Stück bleibt dasselbe Was wir fassen können, ist nicht das größte Problem Viel größer wird das Elend, das wir gar nicht erst bemerken Einzelschicksale halten uns davon ab das große Ganze zu sehen Wir wollen lieber mehr GZSZ in der Tagesschau Eine einzige Leidensgeschichte ist leichter zu verstehen Als kursierende Zahlen die dasselbe millionenfach bedeuten Wir sollten versuchen vorauszuschauen Die Dinge zu sehen, über die nicht eh schon alle reden Egal ob es dich betrifft, schrei laut auf und werde aktiv Zu Deinem Vorteil und gleichfalls zu dem der anderen Was sie betrifft, betrifft uns alle Wann lernt der Mensch, die Welt als ganzes zu sehen Was des einen Freud, des anderen Leid Nicht jedes Gesetz muss ewig bestehen 8. Farbtöne Emotion ist nicht absolut Unser Gefühl lebt individuell Zwischen Freude und blanker Wut Verfließen die Grenzen schnell Blindes Verständnis Bleibt doch nur Träumerei Grundehrliches Mitgefühl Immer ein wenig Heuchelei Über alles wurde schon gesprochen Doch Sprache kann nicht jeden Wall zerstören Die Köpfe bleiben verschlossen Egal wie gut wir zu hören Es bleibt die Gewissheit Das etwas ungewiss bleibt 9. „Und es wurden doch nur leere Worte“ Kommt es mir nur so vor Oder verlieren sich Ideale immer schneller? Jugend endet nachdem sie gerade erst begann Freiheit zerfällt nachdem man sie gerade erst gewann Ist es das um uns herum, Dass daran Schuld ist? Oder ist es der eigene Egoismus, Der uns vermodern lässt? Sind es die Zustände, die diesen beschwören? Oder wächst das ganze auf unseren eigenen Mist? Ausreden gab es schon zu viele Demonstranten, die ihr Handeln, als Party sehen Musiker, die ihr Handeln als politisch sehen Doch auch wenn sie es wirklich wollen, können sie auch nicht mehr als nur zu sagen „Guck mal, da brennt’s!“ Doch damit hat sich’s nicht im geringsten Worte machen nur heiser, verändern keine Welt Nicht allein 10. „Ein Moment“ Ein Moment voller Glück, halte ihn fest, in Bildern und in Köpfen Doch stütze Dich nicht mit beiden Beinen Vorwärts kommst Du nur mit einem Und der Moment wird zu seiner eigenen Ewigkeit Halt die Tür nie ganz geschlossen Öffne sie wenn es klopft Es klopft so leise Als wäre es der Regen der tropft Doch es klopft Es klopft so leise Es klopft so leise, als wenn es der Regen wär’ Das Glück Nichts ist so wie du es immer geglaubt hast Denn in Liebe, in Freiheit und Lebendigkeit gründet wahres Glück 11. „Don’t know“ Und wir gehen über die Gleise, weil wir denken, dass kein Zug mehr kommt Und wenn dem nicht so ist, prallt alles aufeinander und eine Vorstellung ist für immer aus. Wieder lagst Du falsch als Du glaubtest ihn wirklich zu kennen. Wir sind alle verschieden auch wenn wir Gemeinsamkeiten teilen, geprägt von Vorurteilen, die X und Y gleichsetzen und uns einreden wir wollen alle das Gleiche, doch dabei gehen Wünsche und Träume soweit auseinander, das niemand so recht glücklich wird Und du fragst wann wir verstehen Wann wir zuhören Und wann fragen wir endlich mal nach Waiting for a smile Can not look into your head Deinen Anforderungen, Nicht gerecht geworden I know you are right And I believe in you “There’s more to the Picture than meets the Eye” #1 “Seit Jahrmillionen leben wir als Menschen, als Homo Sapiens auf dieser Erde. Damals waren wir Wilde. Und noch immer sind wir Wilde. Wir tragen nur saubere Kleider, sind herausgeputzt, gepflegt und gewaschen, doch innerlich hassen wir einander, töten wir einander. Wir sind Stammesangehörige und all das andere. Wir haben uns nicht sehr verändert“ #2 Don’t know what you see and what you feel and what you want #1 Neil Young #2 Jiddu Krishnamurti